„liebe pflegende, IHR SEID VERANTWORTUNGSLOS!“ (ein bundesweiter stationsaushang)

„liebe pflegende, IHR SEID VERANTWORTUNGSLOS!“

Puls 200 nach dem Lesen des Titels?!

– Na endlich. Eventuell ist es das, was die Pflege braucht um wach zu werden… Sie genau da packen, wo sie Experte sein will: Ihr sagen, dass sie dieses Ziel aktuell verfehlt. Dass sie stattdessen EXPERTIN IN VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT sei! – Vorbei mit Kuschel-Rock. Ein zugegeben hartes Geschoss gegen berufsständisch „gute Menschen“, das ich begründen will. Es trifft sicherlich einige zu Unrecht (sorry dafür!), aber sicherlich auch einige, die es nicht erwartet hätten „zu Recht“. Dieser Beitrag soll nicht spalten, sondern auch den letzten in der Pflege – egal, ob Alten-, Kranken-, Kinderkrankenpflege, ambulant oder stationär – für einen gemeinsam zu gehenden und nachhaltigen Weg aufwecken! Für Patienten, Bewohner und jeden einzelnen in der Pflege.

Pflege am öffentlichen Pranger – Wer hat die Verantwortung?

Es ist wohl nicht zu vermeiden, dass dieses Dokument die Reihen der Pflegenden verlässt. Und es ist leider nicht zu vermeiden, dass es dabei Emotionen – Entsetzen, Angst oder Wut auslöst. Aber: Der pflegewecker hat keinen anderen Kanal; die Pflege hat keinen „internen“ Kanal. Bitte versendet dieses Schreiben nur an Berufsangehörige um Patienten nicht zu verunsichern! Druckt es aus (Beitrag als pdf) und legt es auf den Tisch im Stationszimmer oder pinnt es an die Wand. Bundesweit. DENN: Über Probleme muss gesprochen werden: Und, liebe Kollegen, wir haben ein RIESEN Problem! Jeder Missstand fällt auf die Pflege zurück. Doch die Pflege hat es sich u.a. selbst verbockt: Da sie mehr Verantwortung hat, als sie organisatorisch tragen kann. Und auch gleich vorab: Hier appeliert ein Pflegender an seine Kollegen. – Kein Berufsfremder.

Wie können nun Pflegende „verantwortungslos“ sein, obwohl viele von ihnen ausgebrannt sind, weinen könnten, wenn sie die Arbeit verlassen oder das hier lesen, psychisch leiden, selbst Patienten werden und den höchsten Krankenstand aller Berufsgruppen durch Selbstaufopferung hervorrufen? – Durch Selbstaufopferung, damit eben kein Patient zu Schaden kommt. Selbstaufopferung, damit die Kollegen entlastet werden und erleichtert lächeln, wenn man im Frühdienst übergibt, dass man nachts schonmal vier Patienten „gewaschen“ hat und keine Pause hatte.. – Oder spontan einspringt, auch, wenn es dann eine Doppelschicht wird, die gegen das Arbeitszeitgesetz verstößt. Oder wenn man sagt, dass man seine Patienten niemals für einen Streik im Stich lassen würde. Das „Heldengefühl“ ist zugleich Katalysator und Symptom des Problems.

Pflegende retten sich über das „Heldengefühl“

Unmögliches möglich machen: Das können nur wahre Helden. Viele Pflegende starten in ihren Arbeitsalltag – oder gar in diesen Beruf – mit dem Gefühl wirklich etwas drauf zu haben aber vor einem unmöglichen Schwall von Herausforderungen zu stehen. Herausforderungen, die Menschenleben bedeuten können und über menschliche Schicksale entscheiden. Es gibt nichts Größeres! Kaum ein Kaufmann, Börsenspekulant, Ingenieur oder Verkäufer kann mit solch einer Herausforderung intrinsisch motiviert in das Berufsleben oder den Arbeitstag starten. Dieser verfliegt in der Pflege: „Puh, schon 12 Uhr?!“ – Es ist halt nicht alles und jeder zu retten als „Held“ – aber vieles. Die Uhr tickt, man macht keine Pause und versucht alles zu ermöglichen, was einem wichtig vorkommt:

In Zimmer 1 Essen anreichen, da bereits Insulin gespritzt wurde, in Zimmer 2 gleichzeitig jemanden nach 30 Minuten aus seiner Schutzhose befreien und im Hinterkopf haben, dass in Zimmer 3 ein gefährlich frischer Druckverband kontrolliert werden muss und in Zimmer 4 sich zuletzt jemand unter Schmerzen wand – neben all den Aufgaben in Zimmer 5 – 10: Das schafft nicht jeder. (Ein Klinikbeispiel. Aber: Gleiche Szenarien finden sich in Ambulanter Pflege und Pflegeheimen)
Es braucht Heldenlösungen, unmenschliches Tempo oder knallharte Kompromisse. – Wenn man es „nebenbei“ noch schafft einen Azubi anzuleiten oder den Kollegen „Arbeit“ abzunehmen: Heldenhaft! Und welcher Held hat nach dem Kampf keine Wunden?! Das ist doch sexy! Was wäre ein Tom Cruise in seiner „Mission Impossible“ ohne ein paar Blessuren?! Das kann kein Informatiker, das kein kein Kaufmann. – Die Pflege kann es: Rückenschmerzen, Schlafstörungen, nichts getrunken, durchgeschwitzt, „durch den Wind“, übernächtigt und erschöpft. Das sind die Zeugnisse eines „Kampfes“ für Menschenleben und Würde!

„Kurzsichtigkeit“ als Diagnose für die Pflege

Die Pflege schafft Unmögliches. Noch. Das hilft dem Patienten/ Bewohner heute. Das hilft auch dem Kollegen heute. Das stärkt wiederum das Selbstwertgefühl des Pflegenden, der sich kurz als Held fühlen darf, ein „Danke“ dafür bekommt: heute. Das hilft bedingt auch einem Auszubildenden/ Schüler, der es schafft eine kurze Anleitung zu ergattern. Doch das hilft alles nur heute!

Morgen wird kein Patient mehr dankbar sein, dass noch am Tag zuvor ein anderer Patient gut betreut werden konnte – wenn er es dann selbst nicht mehr wird. Morgen wird auch kein neuer Kollege mehr dankbar sein und kein neuer Auszubildender für das was „gestern“ war! Das Leben geht weiter! Und auch das Heldenpotenzial versiegt, wenn die Schmerzen Überhand nehmen: Ein Held braucht Kraft – die hat er dann „gestern“ aufgezehrt. Es gibt keine Ablösung, da sich herumgesprochen hat, dass Pflege „Opfer“ fordert – und der Zusammenbruch ist allseits vorprogrammiert: Helden verbraucht, Nachwuchs abgetaucht.

Die „Unorganisiertheit“ der Pflege

Schuldzuweisungen sind müßig: Wie konnte es so weit kommen? Wer ist Schuld? – Es gibt mit Sicherheit mehrere „Schuldige“. Pflege und Politik zählen beide dazu. Politik gestaltet Rahmenbedingungen und trägt die Verantwortung hierfür, reagiert jedoch oftmals wenig proaktiv und bedarf starker Zeichen der sie demokratisch legitimierenden Gesellschaft. – Und da kommt die Pflege ins Spiel.

Auf einen Pflegenotstand wird seit Jahren durch die professionellen Pflegevertretungen hingewiesen. – Die Pflege hat somit ihre Hausaufgaben gemacht?! Jein. Denn scheinbar ist sie zu leise. Die Erfolge haben keine Situation geschaffen, die die Mehrheit der Pflegenden ihren Beruf mit ruhigem Gewissen bzw. für mehr als fünf bis sieben Jahre ausüben oder Berufsinteressenten in diesen Beruf strömen lässt. Es sieht nicht danach aus, als würde die Situation in Zukunft zu wuppen sein. – Alle haben Angst vor Multimorbidität und demografischem Wandel.
Der Grat zwischen Schweigen und Mitschuld ist schmal: Die berufliche Organisation der Pflegenden ist mangelhaft. Nur, wenn Pflegende politische Repräsentanten legitimieren für sie zu sprechen, kann dies auch erfolgen. DIES ist die Verantwortung um die es im Titel geht: Langfristige und organisatorische Verantwortung für Patienten, Auszubildende, Angehörige, Kollegen und nicht zuletzt: Sich selbst!

Fazit: Partielle Ignoranz und Untätigkeit der Pflegenden resultieren in Mitschuld!

Hier kommt es dick: Pflege trägt eine Mitschuld – evtl. an der aktuellen, aber in jedem Fall an der zukünftigen Situation! Nicht jeder in der Pflege, aber jeder, der eben NICHTS („Unorganisiertheit“) oder SCHÄDLICHES („Heldenarbeiten“) für die Pflege tut und damit der „Kurzsichtigkeit“ fröhnt. Multiplikatoren wie Pflegepädagogen und PDLs haben eine ganz besonders hohe Verantwortung: Sie verantworten, ob und wie über Missstände gesprochen werden kann! Sie sind Multiplikatoren der konstruktiven Lösungsfindung und der professionellen Organisation.

Sämtliches Absenden von wirksamen Warnsignalen hat die Pflege bisher selbstverschuldet verschlafen: Durch Einspringen, Aufopfern, Ignoranz, Doppeldienste, (berufs)politisches Desinteresse, „Jammern“, Abhaken nicht getätigter Leistungen, Kurzsichtigkeit und ausbleibende Organisation in Berufsverband und Gewerkschaft.

Was es braucht um die Pflege „stark“ zu machen: Eine professionelle Organisation

Ein starker Beruf zeichnet sich durch erstens fachliche und interne Kommunikation und zweitens betriebliche sowie politische Mitsprache und -gestaltung aus. Pflege ist hiervon – bundesweit betrachtet – noch weit entfernt. Jeder Pflegende sollte in einem Berufsverband organisiert sein um ersteres Ziel zu erreichen und in einer Gewerkschaft für das zweite Ziel. Nur dann können diese Organisationen agieren und die Ziele erreicht werden. Sonst wird Pflege von Menschen FREMDBESTIMMT, die keine Ahnung von diesem Beruf haben (s. Beitrag „pflegen kann JEDER – sagen DIE DA OBEN“). Pflege muss den Unterschied zwischen „Verantwortung haben“ und „Verantwortung tragen“ erkennen und gemeinsam neue Wege gehen.

Professionelle Organisation in ver.di und DBfK muss selbstverständlich sein: Es sind die größten Repräsentanten der professionellen Pflege. Sie sind „professionelle Organisation“. Auch „junge“ Bewegungen wie „Pflege am Boden“ apellieren mittlerweile an die Kollegen dort einzutreten (Pflege am Boden-Appell zu Gewerkschaftsbeitritt, facebook, 09.08.2015). Das „Ob?“ ist gar nicht zu diskutieren! – Zu diskutieren ist das „Wie?“: Die eigenen Möglichkeiten der Mitgestaltung und „was“ denn „wo“ getan werden soll und kann. Aber nicht das „Ob?“! International gibt es eine Verpflichtung für die Pflegenden – schriftlich in ihrem Ethikkodex fixiert:

„The nurse, acting through the professional organisation,
participates in creating a positive practice environment and
maintaining safe, equitable social and economic working
conditions in nursing.“

(International Council of Nurses (ICN) ICN-Ethikkodex, 2012, S. 3)

Kurz genannt werden muss hier auch das Thema Pflegekammer, da es in den Kontext passt: Sie ist kein Ersatz für Berufsverband und Gewerkschaft. Der Ruf nach der Pflegekammer ist ein Ruf nach professioneller Organisation. Der Ruf nach einer vielmals diskutierten Zwangsmitgliedschaft ist nichts anderes als der Ruf nach einer 100%-Organisation. Notwendig erscheint dies den Befürwortern, da die freiwillige professionelle Organisation der Pflege bisher unverantwortlich gering ist.

Der konstruktive Part: Was kann jeder Pflegende tun?

Jeder kann wahnsinnig viel tun: Mit den einfachsten Mitteln – oder sogar ohne jegliche Mittel. „Keine Zeit“ ist ein Argument, dass in der Lösung einer Notlage sehr (!) selten legitimiert ist. Sich informieren zu Berufspolitik, mit zwei Kollegen darüber sprechen, einen Diskussionsabend oder Stammtisch organisieren um über Lösungsansätze zu sprechen, den größten professionellen Organisationen beitreten und evtl. darin mitwirken, gemeinsam mit zwei Kollegen soziale Medien zu Pflege antesten (z.B. #Pflegestreik auf twitter, jeden Mittwoch um 13.45 Uhr („Anleitung“)), nicht mehr einspringen oder aus dem Frei kommen, nicht mehr dokumentieren, was gar nicht geleistet wurde, in den Medien Stellung beziehen (Anleitung des DBfK für Presse-Interviews) eine Teambesprechung mit der PDL erbitten, keine Leistungen an § 87b-Helfer delegieren, die sie nicht übernehmen dürfen und keine Leistungen von Ärzten übernehmen, die examinierte Pflegende nicht übernehmen dürfen, Schüler nicht als „Hilfskräfte“ ansehen oder gar zum Waschen an andere Stationen verleihen, sondern anleiten,… Ich freue mich über weitere Ideen in der Diskussion.

Jeder kann sofort einen Antrag an ver.di und DBfK schicken – es wäre HÖCHSTE Zeit – oder gar schon nur noch „Schadensbegrenzung“. Wer nichts tut oder auf Lösungen hofft, die es nunmal nicht gibt („eine Gewerkschaft, ja – aber bitte nicht ver.di“), der macht sich mitschuldig an Unterbetreuung und Missständen! Wir brauchen endlich Realismus – keine Träumerei! Der Wecker hat schon lange geklingelt: Aufwachen!

Sogar den Beruf zu verlassen oder den Arbeitgeber zu wechseln wären Zeichen, die sich zwar nicht jeder erlauben kann oder will – aber es wären ZEICHEN! Alle anderen können konsequent „NEIN“ zu Selbstaufopferung sagen und sich auf verschiedensten Ebenen engagieren! Wer das System bis zu seinem eigenen letzten Atemzug aufrecht zu erhalten versucht um Patienten zu „helfen“ – erreicht langfristig das Gegenteil! Das ist keine Heldentat. Wer sich für das derzeitige System oder seinen Arbeitgeber „aufopfert“ zerstört sich noch dazu das eigene – viel zu wertvolle – Leben! Wollt ihr das wirklich?! Professionelle Selbstreflexion heißt auch sich nicht in einem krankmachenden System schutzlos auszuliefern. „Love it, change it or leave it.“: Ziel ist „love“, Maßnahme ist „change“!

Ein Teufelskreis von Misstrauen vs. „Mit gutem Beispiel voran!“

Oft gehört: „ver.di tut ja gar nichts für mich.“ – Gleiches sagen viele über den DBfK oder Splitterverbände.
Punkt 1: Ohne genügend Mitglieder kann KEIN Repräsentant optimal repräsentieren!,
Punkt 2: Es lässt sich mitgestalten!

Mit gutem Beispiel voran! – Auch, wenn es sich gegenüber den Kollegen erstmal „komisch“ anfühlt. Es braucht Mut sich zu einer kleineren Gruppe Aktiver zu gesellen! Aber: Nur wenn ein Zusammenschluss erfolgt, wird sich etwas bewegen! Und irgendwann macht es einfach Spaß und keiner möchte mehr ohne! Selbst Zweifler werden plötzlich begeistert mitmachen. – Das ist die Zusammenfassung dieses äußerst lehrreichen Videos eines tanzenden Mannes, der eine Massenbewegung auslöst, weil ihm andere einfach folgen!: (Video: First Follower)

Verantwortung für die Profession beginnt am ersten Tag der Ausbildung

Die Gestaltung der gemeinsam auftretenden Profession Pflege beginnt am ersten Tag der Ausbildung. Sie legt die Grundlage für die Wahrnehmbarkeit professioneller Pflichten. Die „Berufsausbildung“ – sei es eine schulische Ausbildung im „klassischen“ Sinne, eine generalistische Ausbildung oder ein (duales) Studium – ist der Einstieg in die Gestaltung der Zukunft der Pflege! Ab hier ist es nötig gemeinsam als Profession aufzutreten.

Eine immense Verantwortung trägt jeder einzelne Pflegepädagoge, jeder Praxisanleiter und jeder Pflegende, der Umgang zu Berufseinsteigern hat. Und: Natürlich auch jeder „Berufsfrischling“ selbst! Wenn in der Ausbildung bereits eine Anpassung an unakzeptable Rahmenbedingungen oder gar eine Förderung dieser geschieht, verliert die Pflege eine Generation Hoffnung. Ein konstruktives Miteinander von Jung und Alt, das Respektieren des Status „in Ausbildung“ und die „Professionalisierung“ und deren Sicherstellung durch Pflegepädagogen sind das „A und O“ der Pflege. Jeder Pflegepädagoge hat dafür die Verantwortung zu tragen oben zitierten ICN-Kodex umzusetzen: Die Professionelle Organisation der Pflege zu sichern!

Gute Beispiele zeigen, wie und dass es gehen kann Verantwortung für die Profession zu tragen:

Auszubildende am Klinikum Braunschweig gewannen den Junge Pflege Preis 2015. Sie besuchten einen der mit 2.000 Teilnehmern ernsthaft großen Kongresse des DBfK rein für Junge Pflegende mit einem nachhaltigen Projekt zur „richtigen“ Darstellung der Pflege in Grundschulen: Eine Kampagne an der Basis der Basis der Basis. Sie trennten hierbei die Darstellung ihres geliebten Berufs von widrigen Rahmenbedingungen. Ziel: LANGFRISTIGES Umdenken in der Gesellschaft (Klinikum Braunschweig: Auszubildende belegen bei bundesweitem Wettbewerb den 1. Platz, Braunschweiger Anzeiger, 02.06.2015, NACHTRAG: Link zur facebook-Gruppe). Der Weg: Die „richtige“ Wahrnehmung ermöglichen – ganz am Anfang.

Das müssen Pflegepädagogen in der Ausbildung schaffen: Eine Mentalitätsänderung an der Basis der Basis der Profession Pflege, für die sie die Verantwortung haben. Sie haben eine Multiplikatorfunktion der professionellen Organisation der Pflege für Auszubildende und sind ihr erster Kontaktpunkt: Und der erste Eindruck entscheidet bekanntlich (fast) ALLES.

Eine „starke“ Pflege kann eine gesellschaftliche Diskussion auslösen

Politik nimmt nur starke Signale wahr. Und die bedarf es um eine solch riesige Grundsatzfrage wie „Wie wollen wir in Zukunft gepflegt werden?“ in der Gesellschaft auszulösen. Die KindergärtnerInnen haben das durch bundesweite Aufruhr geschafft (Deutschlands Löhne – was ist unsere Arbeit wert?, ARD, Günther Jauch, 03.05.2015). Die Pflege hat bundesweit keine sichtbaren Diskussionen auslösen können und wurde beispielsweise im „Leuchtturm“-Streik an der Charité in Berlin medial kaum wahrgenommen. Dabei hat Pflege ein solch immenses Potenzial: Ohne die ca. 1,2 Mio Pflegenden läuft unsere Gesellschaft nicht. Gar nicht! Das wissen wir, das weiß aber die Gesellschaft nicht. – In Finnland wurde dies von Kollegen erkannt und in einem Schulterschluss der Pflegenden für Patienten und ihre Zwecke genutzt (Beitrag „statt streiken: KÜNDIGEN.„).

Und es bleibt immer wieder hervorzuheben: In der Pflege mangelt es primär nicht an Lohn – sondern an Personal um eine menschenwürdige Pflege zu gewährleisten! Das ist eine einzigartige Forderung, die einen gemeinsamen Weg erfordert!

Abschließend diagnostizieren die „Ärzte“ den Zustand der Pflege – alles zusammengefasst aus dem obigen Appell:

„Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist,
es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt!“

(Song: Deine Schuld, Band: Die ÄRZTE)

Liebe Kollegen, tragt die Verantwortung, die ihr habt.

Ihr seid wertvoll! Opfert euch nicht auf. – Nicht für etwas, das sich ändern lässt.

Werdet für unsere Profession Pflege aktiv. Jeder einzeln und alle gemeinsam.

(Quelle: www.pflegewecker.wordpress.com; 10.08.2015)

Das Dokument zum Ausdrucken und Aufhängen auf Station findet ihr hier:
Beitrag als PDF

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37 Kommentare

  1. Pingback: „liebe pflegende, IHR SEID VERANTWORTUNGSLOS!“ (ein bundesweiter stationsaushang) – FÉRpflegt
  2. Frau Sofa · 14 Days Ago

    Hat dies auf Frau Sofas Gedanken rebloggt und kommentierte:
    Lesenswert!

DEINE ideen?! - was geht DIR auf den zeiger?:

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