interpretation „je suis CHARITÉ“

Servus für den Süden und moin für den Norden! Oder soll ich sagen „Bonjour“?!,

wer hätte gedacht, dass mein erster Blog-Artikel „je suis CHARITÉ“ solche Kreise und Rückmeldungen nach sich zieht… Ja, ich habe das mit dem „je suis CHARITÉ“ verzapft. Auf einem Wohnzimmerstuhl, ja. Und ja, ich habe mich damit nicht leicht getan. – Die Meinungsverschiedenheiten von Entrüstung bis Jubel waren vorhersehbar. Doch so ist das mit Provokationen, sie wecken verschiedene Assoziationen – aber sie wecken auch mal auf.

Die Dimension hervorgerufener Assoziationen kurz zusammengefasst: Leben, System, Würde, Opfer, Wertschätzung, Unschuld, Terror, Tod, Unterdrückung, Gesellschaftsthema, Pressedarstellungen, Tabus, Ethik – sind bisher direkt oder indirekt genannte Assoziationen. – Und?! Passen sie nicht ALLE auf die Situation in der Pflege und die Hintergründe des Streiks an der Charité? Das Verneinen käme bei einem Abgleich der Begriffe mit der aktuellen Situation in der Pflege einem „Kleinreden“, einem „Schwanz einziehen“ gleich. „Geld“ ist übrigens merkwürdigerweise keine genannte Assoziation… Es geht scheinbar um mehr! Doch welche Assoziation ist nun originär „richtig“?

„Muss dieser Satz überhaupt in irgendeinem Kontext gesehen werden?“ fragen andere… „je suis Charité“ ist einfach ein französchischer Satz, der scheinbar aus sich heraus bereits eine Identitätskrise stiften kann: „je suis“ (franz.) – Ich bin.
Bin ich in diesen Tagen gedanklich und solidarisch streikender Mitarbeiter der Institution Charité?, bin ich Patient, der auch mal in einem deutschen Krankenhaus (wie der symbolischen Institution Charité) liegen und Teil dieser sein könnte?, bin ich (noch) an Nächstenliebe (Charité) interessiert?, ist Nächstenliebe (Charité) meine professionelle Pflicht zu der ich mich öffentlich bekennen will?, möchte ich die Institution (Charité) an ihren Namen „Nächstenliebe“ (Charité) und ihre Symbolkraft erinnern?, möchte ich ein Nachdenken anregen wieso ein Streik um Menschenwürde das „Beste Krankenhaus Deutschlands“ trifft?, geht es mir um die Frage: Wie definiert sich ein „Bestes Krankenhaus“ in unserer Gesellschaft, wenn Pflegende gegen Widerstände und Androhung einer Klage statt für Geld „bloß“ für die Würde ihrer Patienten auf die Straße gehen? Auch hier: Es GIBT kein richtig und falsch – jeder kann eine Antwort für sich finden. ALLE haben die Berechtigung freier Interpretation.

Doch: Welches ist nun die originäre, „richtige“ Bedeutung, die der „pflegewecker“ beim Schreiben der drei Worte „je suis CHARITÉ“ im Hinterkopf hatte? Da muss ich enttäuschen. Es ist ein Weckruf in Form eines Kunstsatzes. – So unbefriedigend und doch inspirierend kann Kunst sein. ABER: Einen Auslöser dieses Weckrufs gab es! Und der macht das Wecken legitim: Irgendetwas passiert gerade in Deutschland zum Thema oder Wort „Charité“ – und das geht wirklich JEDEN etwas an! Klar sein sollte: Dies ist keine Werbekampagne für ein kommerzielles Produkt, sondern rein intrinsisch motivierter Einsatz für eine Diskussion um die Rolle der Menschenwürde in Pflege und deutschem Gesundheitssystem.

Trotzdem: Ich kann verstehen, wenn jemand in einer Interpretation feststeckt, die ihm/ihr zu aggressiv erscheinen mag. Doch dann: Einfach mal umdenken und eine andere Interpretation wählen, es gibt sicherlich eine passende. Wem das zu heikel ist – dranbleiben…
[NACHTRAG: Eine nicht fehlinterpretierbare Solidaritätsbekundung und Hilfsmittel befinden sich nun in „solidarité CHARITÉ“]

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