je suis CHARITÉ

Art. 1 GG: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
– Pflegende werden jedoch aktuell dazu genötigt die Gewährleistung des ersten Grundgesetzartikels durch einen zu hohen Workload und unzumutbare Rahmenbedingungen aufzuheben! Nichts anderes ist es, wenn man abwägen muss, ob man einen Menschen „füttert“ oder einen anderen aus einer eingestuhlten Schutzhose befreit.

Der #Streik der Pflegenden an der #Charité ab dem 22.06.2015 ist nicht nur ein Arbeitskampf für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen – was beides Zweifels ohne seit Jahren aussteht. Es ist primär ein Streik für die #Würde gepflegter Menschen! Für Menschen, die sich selbst nicht wehren können! Ein Streik für das Überleben mangelhaft oder vernachlässigt gepflegter Menschen. Es ist ein Streik, der dem Unmut und der Situation der Mehrheit der in Deutschland professionell Pflegenden an einem Ort ein Ventil gibt: An der Charité in der Bundeshauptstadt #Berlin!

„je suis Charité“ mag auf den ersten Blick pietätlos wirken. Aber das Gegenteil ist der Fall. „je suis Charité“ (franz.) = „Ich bin die Barmherzigkeit“ ist seit der Entstehung der professionellen Pflege u.a. aus Ordensschwesternschaften ein Charakterzug Pflegender, der auch trotz einer mittlerweile hohen natur- und pflegewissenschaftlichen Expertise Pflegender noch Bestand hat. Die Menschen in der #Pflege opfern sich trotz widriger Rahmenbedingungen auf. Sie opfern sich auf für würdevolles Pflegen / Genesen und Sterben. – All dies wird derzeit trotz des Einsatzes der eigenen Gesundheitsressourcen in vielen Krankenhäusern und Pflegeheimen Deutschlands nicht mehr erreicht! Es braucht nicht „nur“ mehr Personal. Es braucht eine Arbeitssituation professionell Pflegender, die eine menschenwürdige Pflege zulässt, und es gibt viele Wege zur Erreichung dieses Ziels.

Auf welche Seite die Medien sich in einer Saison „bahnbrechender“ Streiks auch immer schlagen: Sie mögen den Streik an der Charité respektvoll betrachten: Menschen werden nicht unterversorgt, weil Pflegende streiken.* – Pflegende streiken, weil Menschen unterversorgt werden!
* „„Man muss sich mal vorstellen, was das für die Patienten heißt“, sagte Einhäupl. „Das Problem wird sehr stark auf dem Rücken der Berlinerinnen und Berliner ausgetragen.““ (Quelle: FOCUS online: Charité will gegen Streik vorgehen: „Bedauern diese Eskalation“, 17.06.2015)

pflegewecker, weil: Der Streik an der Charité ist ein symbolischer Ausdruck des Unmuts Pflegender an vielen Kliniken und Pflegeheimen in ganz Deutschland. Als größte Klinik der Bundeshauptstadt und sich als „Beste Klinik Deutschlands“ brüskende Klinik (Focus-Klinikliste 2014, Charité Website) mit einer beeindruckenden medizinischen Geschichte und Bedeutung spielt die Charité als „Mutter der Barmherzigkeit“ hier wohl oder übel einen Sündenbock, der für weitreichende Mängel und Fehlanreize unseres Gesundheitssystems bestraft wird. Die Situation an der Charité ist nur die Spitze des Eisbergs. Das wissen die Pflegenden. Das weiß aber die Gesellschaft nicht. Pflegende können sich in sozialen Medien und vor Ort mit den Kollegen an der Charité solidarisch zeigen [NACHTRAG: Zum Beispiel wie hier beschrieben: „solidarité CHARITÉ“]. Muss der Rest des Eisbergs erst schmelzen, bevor sich etwas tut?! – Das Wasser könnte Deutschland schnell mehr als nur bis zum Hals stehen… Daher sagt pflegewecker laut und deutlich: „je suis CHARITÉ“.
[NACHTRAG: Kann man das sagen?! Lies hierzu: „interpretation „je suis CHARITÉ““]

hinweis: Auf Grund von Nachfragen: Die Grafiken „je suis CHARITÉ“ sind sehr gern als Profilbild, für Posts etc. frei nutzbar (freie Lizenz):
je suis charité blanc   je suis charité

links / downloads zum thema [aktuell bis streikbeginn]:
/// ***Streikaufruf_ver.di_ab_22.06.*** ///
2015-06-22 Der Tagesspiegel – Streik an der Charité Berlin – Allein gelassen -> Die Charité wird vom Senat alleingelassen, Problem ist Politikum
2015-06-21 Der Tagesspiegel – Von Bett zu Bett hetzen – bis einer was vergisst -> Zusammenfassung bisheriger Vorarbeit / gescheiterten Verhandlungen , Akteuren und des Veränderungspotenzial des Streiks
2015-06-21 tweet von @charite_verdi – An die Ärztinnen und Ärzte der Charité -> Brief von Ver.di mit Bitte um gemeinsamen Schulterschluss der Ärzte der Charité mit den Pflegenden für eine würdevolle Patientenversorgung
2015-06-20 Charité Website – „Streik ist keine Lösung“ -> Charité-Vorstand startet virtuell und mit Aufklebern in der Charité eine Gegenkampagne und sieht sich als falschen Adressaten
2015-06-20 Charité Website – Offener Brief an Ver.di -> Charité-Vorstand wirft Ver.di vor nicht auf Angebote eingegangen zu sein
2015-06-19 rbb-online.de – Unbefristeter Ausstand ab Montag – Gericht erlaubt Streik an der Charité -> Berliner Arbeitsgericht genehmigt Streik und lehnt Antrag der Charité auf Aussetzung ab
2015-06-18 Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää) – Presseerklärung – Mehr von Euch ist besser für alle! -> Unterstützung der Position der Pflege und des Streiks an der Charité durch Ärzteverein
2015-06-18 DBfK/Ver.di – Gemeinsame Erklärung – Patienten brauchen Sicherheit und mehr Pflegepersonal -> Forderung an die Politik mehr Pflegepersonal zu finanzieren, Standards zu bemessen und Einsatz zu überprüfen; als .pdf
2015-06-18 Berliner Morgenpost – Angst um Patienten – Charité kämpft vor Gericht gegen unbefristeten Streik -> Ärztlicher Direktor Frei sagt, dass das Ausmaß der Arbeitsniederlegungen Patienten gefährde
2015-06-17 Der Tagesspiegel – Charité-Spitze gegen Verdi-Pflegekräfte – Vorstand will Streik verbieten lassen -> Einhäupl appeliert an Fürsorgepflicht der Pflege anstatt sich für politische Lösung an Berliner Senat zu wenden
2015-06-17 FOCUS online – Charité will gegen Streik vorgehen: „Bedauern diese Eskalation“ -> Charité sieht sich und Berliner Bürger als Opfer, Schließung von über 20 Stationen
2015-06-12 Berliner Kurier – Charité-Streik: Wir arbeiten uns krank im Namen der Gesundheit -> Mitarbeitergesundheit leidet, Abstriche bei der Grundpflege
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Ein Kommentar

  1. pflegewecker · Juni 24, 2015

    Oha, da sind wohl einige Charité! 🙂
    „je suis CHARITÉ“-Bilder im Streik der Pflege.


    Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Soziale Medien sind eben doch nicht „irreal“. 🙂

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